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Tag 11 - Abschied von Horsti
Mittwoch (2.7.08)
Lamsenjochhuette → Stollnalm → Schwaz →
Pfitscherhof → Pirchnerast
Unterkunft: Pirchnerast

Huette:
Essen:
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Saddam Hussein auf der Lamsenjochhuette sad
Ach wie schoen kann Wandern sein. Gestern gab's erst noch eine Ueberraschung beim Schlafen gehen: Irgend so ein Grattler flackte auf meiner Matratze und meinte, dass die Matratze reserviert war sowie auch die 8 benachbarten. Mein Zeug lag auf dem Boden. Ja herzlichen Dank du Depp dachte ich mir. Aber an dem Abend war mir alles egal. Man konnte mir die gute Laune nicht verderben. Der Sonnenuntergang war so farbenpraechtig wie ich ihn nie zuvor sah. Wolken standen halb zerrissen in rot-gelben Farben ueber der Gebirgskette in der vorher das Gewitter tobte. So ging ich einfach auf 'ne andere Matratze, die nahe von Horst lag. Die Ohrenstoepsel richtete ich mir auch gleich her smile. Das einzige Problem an meinem Schlafplatz war, dass dieser genau unter einem Fensterlicht war. Immerhin musste ich wie in der Meilerhuette nicht an Sauerstoffmangel leiden. Also Fenster bissl auf und schlafen - unter sternenklarem Himmel!!! In der Frueh wurde ich wie erwartet als erster wach, nahm meine mittlerweile ausgeleierte Schlafmaske, die mir schon in Hong Kong gute Dienste leistete und drehte mich wieder um. Irgendwann gegen 7:30 Uhr wachte ich wieder auf und wunderte mich, warum Horst noch nicht aufgestanden ist. Der Grund war ganz einfach: Er hatte keine Uhr und orientierte sich an den anderen, doch auch die schlummerten noch eifrig vor sich her. Endlich mal normale Leute! Aber heute stand ich zusammen mit Horst auf, um auch morgen frueher aufzustehen fuer den Riesenhatsch der Tour. Das Fruehstueck war auch das Erste, das ich vollstaendig verputzte [wenn ich sonst frueh aufstehe esse ich nicht viel]. Dann musste ich noch alle Sachen zusammensuchen und noch etwas ganz wichtiges photografieren: Saddam Hussein, der sich wohl in die Alpen verzogen hat. Erhaengt wurde wohl der Falsche sad.

Angela Merkel setzt neue Frisurentrends grin
Irgendwann um kurz vor 9 starteten wir dann runter in's Tal Richtung Schwaz und kamen auf der Wanderroute auch zuegig voran. Die Lamsenjochhuette verschwand immer mehr, bis sie hinter einer Felswand endgueltig weg war. Dann erreichten wir die Stallnalm, welche wir auf direktem Weg ueber einen wenig gefuellten Fluss erreichten, um den Umweg ueber den normalen Wanderweg zu umgehen. Bei der Alm war ich nicht mal so sehr von den Preisen ueberrascht. Solche kannte ich bereits aus der sogenannten Engalm... Zum Glueck hatte ich die Brausetabletten dabei, die mir auch das einfachste Wasser in ein Limo verwandelten. Irgendwann kam der Wirt heraus und fragte, was wir wollen. Horst meinte 'uns hinsetzen'. Die Antwort des Wirtes war dann schon lustig: Davon koennen meine Kinder auch nicht leben. Ja lieber Herr Fake-Alm Bewohner. Haettest du keine Wucherpreise, die vllt. die hochfahrenden Touristen akzeptieren, wuerden wir ja gerne etwas bei dir trinken. Aber in diesem Fall verzichte ich sogar auf mein SPEZI!!! So gings weiter zum naechsten Ziel: Der scheiss Parkplatz, bis zu dem man maximal hochfahren konnte. Nach einer weiteren Stunde erreichten wir auch diesen und hielten die vorerst letzte Rast vor Schwarz. Wegen einem kleinen Verhatscher erreichten wir dieses auch recht zuegig ueber das Stift Fiecht, bei dem durch einen Muenzwurf (Horsts gute Idee) ganz schnell entschieden wurde, ob wir einkehren oder nicht. So gings gleich wieder weiter ins Zentrum von Schwaz. In der Touristeninformation kuemmerte sich ein huebsches Maedel um unsere Belange. Am liebsten haette ich gefragt, ob sie mit kraxeln kommen will smile. Um den Aufstieg zum Kellerjoch etwas zu entschaerfen, wollten wir gleich weiter hoeher uebernachten - am besten gleich auf Pirchnerast. Das Maedel aus der Touristeninformation kuemmerte sich gleich um eine Reservierung und gab uns noch auf Nachfrage die Empfehlung im 'Wintergarten' zu essen, dem wir gerne nachgekommen sind. Fuer weniger als 8 Euro gab's dort ein Menue mit Suppe und Grillteller, das auch prima geschmeckt hat. Dann kam leider der Abschied von Horst, der wegen seinem Geburtstag am Freitag heimfahren musste. Aber man sieht sich sicher mal wieder! Jetzt muss ich mit Thomas vorlieb nehmen, mit dem ich die naechsten Etappen laufen werde.

Nein - ich hab kein Lepra, nur eine "Wanderkrankheit" sad
So machten wir uns auf den restlichen Hatsch hoch zum Pirchnerast, noch bevor ich einem Meter laufen konnte, machte sich wieder mein linker Fuss bemerksam. Dieses Mal die obere Sehne, welche mir schon beim Abstieg der letzten 100 Meter Probleme machte und eines wusste ich: So geht's nicht lange weiter. Also setzte ich mich wieder hin und versuchte mit dem weissen Leukotape die betroffene Sehnenscheide zu unterstuetzen. Darunter noch ein Tempo mit meinem mittlerweile wohlbekannten Mobilat. Dann humpelte ich wieder los. Meine restlichen Besorgnisse lies ich links liegen, um schnellmoeglichst zur Unterkunft zu gelangen. Gluecklicherweise lief mir noch eine Apotheke ueber den direkten Weg, wo ich meinen Vorrat an Leukoplast und Blasenpflaster fuer die Fersen aufladen konnte. Fuer meine Sehne gab es noch etwas kuehlendes [Traumasalbe], das ich mit dem kleinen Finger unter den Verband schmierte. So lief ich bergauf, wobei meine Sehne nicht mehr schmerzte. Jaja, ich bin halt so wehleidig smile. Nach einer Stunde erreichten wir die einzige Zwischenstation Pfitscherhof. It's SPEZI-Time!!! Da ich das Spezi zu schnell rein schuettete, kam's mir oben gleich wieder raus! Das Maul voll konnte ich gluecklicherweise gleich im nebenstehenden Blumenkuebel verstauen smile. Vom Kellerjoch sah ich schon, wie sich wieder eine Piss-Suppe zusammenbraute mit direktem Weg zu uns. 5 Minuten spaeter schuettete es dann auch los. Als sich das Unwetter 20 Minuten spaeter schon wieder verzogen hatte ging's weiter - ich wg. dem Nieselregen in Regenkleidung und 45 Minuten spaeter inkl. ein paar Abkuerzungen erreichten wir dann endlich den Pirchnerast. Endlich duschen! 3 Tage stinken sind endlich wieder vorbei. Gut - morgen geht's wieder los mit Stinken aber man fuehlt sich wieder wie neu geboren. Noch zu den heutigen Tieren: Gemsen, Wiesel und ein Pferd, das von der Frisur aussah wie Angela Merkel. Jetzt sitze ich hier gemuetlich in der Pirchnerast zusammen mit Thomas und der Wirtin. Hier ist es wieder (gluecklicherweise) saugemuetlich und ich bin total kaputt. Dann Gute Nacht Tagebuch. Ich trink noch einen auf mich!