Tag 15 - Tag der Entspannung II
Sonntag (6.7.08)
Breitlahner → Schlegeisspeicher → Lavitzalm →
Pfitscher-Joch-Haus
Pfitscher-Joch-Haus
Unterkunft: Pfitscher-Joch-Haus
Huette:
Essen:
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Die anfaengliche Wegfindung verlief etwas schwer, da ich der Beschilderung "Schlegeis" welche in die entgegengesetzte Richtung zeigte nicht wirklich vertraute. Der Weg machte allerdings spaeter eine Kehre und so war ich wieder richtig. Sowas waere auch eines meiner Horrorszenarien, wenn ich weit oben im Gebirge bin: Dass jemand die Wegbeschilderung verdreht. Heute war ich zu faul, die Wanderkarte herauszukramen und irgendwie ist es schoener zu laufen, wenn man nicht immer auf die Karte schaut. So lief ich mal wieder weiter und weiter (was auch sonst). Ueber herrliche Wanderwege und immer dem Gedanken im Kopf, dass diese seltsamen Autofahrer 10 Euro Maut zahlten, um diesem schoenen Weg zu entkommen. Eine seltsame Teilmenge der Menschheit. Durch eine Schlucht getrennt sah ich so auf die sich schnell bewegenden Blechkisten mit Fleischinhalt (offiziell sind wir ja Sondermuell) herab. Die Felsen erinnerten mich mehr und mehr an die Dolomiten. Riesige Felsbrocken klafften hier und dort heraus. Wie von Menschenhand geschaffen. In Wirklichkeit aber deren Meister und Gott: Die Natur. Leider kreuzte mein Wanderweg den der Autobahn exponentiellen Grades. Wenn die Autobahn direkt in die Schlucht geendet haette, waere mir das auch Wurst gewesen. Dann folgte ich eben der Autobahn. Dem links abzweigenden Trampelpfad vertraute ich nicht so ganz. Nachdem ich jedoch nach 5 Minuten Asphalthatsch feststellen musste, dass der Trampelpfad doch staendig weitergeht und Richtung Damm laeuft, packte ich die erste Moeglichkeit, wieder zum offiziellen Wanderweg abzustechen. Der fuehrte wieder etwas entfernt von der Strasse neben dem Fluss. Ach wie herrlich, wenn nicht dieses potthaessliche Betonteil vor mir in die Luft klaffen wuerde. Im Gegensatz zu M-V wurde ich dieses Mal nicht vom Anblick des Damms heimtueckisch ueberrascht. Zum Glueck entschaedigte mich der herrliche Weg fuer den graesslichen Anblick. Wie mir gestern schon zugetragen wurde, gab's auch Bungee-Jumping vom Damm. Die Leute huepften schon fleissig herunter. Na Mahlzeit - noch ein Stueck Muell mehr in den Bergen. Fast direkt vor dem Damm schlaengelte sich der Wanderweg hoch. Dieses Mal war er endlich angeschrieben. Schon die ganze Zeit hab ich das Gefuehl, dass der Via-Alpina von Triest nach Monaco super ausgeschildert ist, andersherum aber ueberhaupt nicht (z. B. wie man von der Rastkogelhuette nach Finkenberg kommt). 100 Hoehenmeter und einen Kampfschrei einer Bungee-Jumperin reicher war ich oberhalb des Damms. Genau bei der Dominikushuette, wo ich bei Muenchen-Venedig nur von oben und nicht von unten herausgekommen bin. Von der Dominikushuette aus konnte ich auch auf den Gletscher des Hochfeilers blicken sowie auf riessige Schneemassen, die meine Befuerchtungen fuer die Gliederscharte noch steigerten. Aber's hilft ja nix. Horst der Bergschuh-Ski-Fahrer haette da oben sicher seine reinste Freude
Also auf zur Lavitzalm. Es ist immer wieder beeindruckend, wie sich die Landschaft im Vergleich zum letzten Mal veraendert zu haben scheint. Bei M-V haette ich jetzt auch die Haelfte der Tour hinter mir. Nun ist es nicht mal ein Drittel
PS: Beim Breitlahner muessen alle Bewohner depressiv sein. Sogar fuer mich als Informatiker war es bedrueckend, wie frueh die Sonne hinter einem Kamm verschwunden war und wie spaet sie wieder hervor kam - bei mir erst, als ich schon eine halbe Stunde bergaufwaerts gehatscht bin!