Tagebuchtage:
 
<< Vorheriger Tag
Naechster Tag >>
 

Alle Bilder
Tag 16 - Return to Garden Eden
Montag (7.7.08)
Pfitscher-Joch-Haus → Gliederscharte → Obere Engbergalm →
Dun → Pfunders
Unterkunft: Schneiderhof

Huette:
Essen:
n.v.
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Das Pfitscher-Joch-Haus
Scheiss Wetter waere eine zu freundliche Beschreibung fuer das heutige Wetter. Der Regen von gestern hat sich noch gehalten und schien mich zu verfolgen. In der Frueh hoerte ich schon, dass es draussen regnete. Also umdrehen und weiter schlafen. Dann krabbelte ich doch noch aus dem Bett, richtete alles zusammen und konnte gluecklich sein, dass es einen Waeschetrockner gab. Meine Waesche war naemlich noch nicht ganz trocken. Die Mountainbiker im Schlafraum haette ich auch erschlagen koennen: Sobald die wach sind, sind denen alle anderen scheiss egal. Dann wuensch ich frohen Speichen- und Schenkelbruch! Das Fruehstueck war ganz ueppig mit Baguette-Scheiben, Wurst, Kaese und Marmelade. Wurst und Kaese wurden vollstaendig verputzt. Schliesslich brauche ich Energie fuer die Gliederscharte. Die huebsche Wirtstochter war auch schon wach smile.

Info

Die einzige Moeglichkeit zum Uebernachten in Dun ist geschlossen (Heuschupfe oder so). 30 Minuten abwaerts gibt es ein paar Gaststaetten und den Schneiderhof in Pfunders.

Einige Via-Alpiner laufen folgenden Alternativweg (die Via Alpina in vorgesehener Laufrichtung): von der Edelrauthuette (siehe naechsten Tag) zur Hochfeilerhuette ueber eine sichere Gletscherstrecke und von dort aus herunter zum Pfitscher-Joch-Haus. Damit erspart man sich den grossen Abstieg nach Pfunders.
Gegen 10 Uhr starteten wir dann endgueltig, als der Regen etwas nachliess. Erst mussten 600 Hoehenmeter abwaerts geschafft werden. Durch einen Wanderweg waren die wieder schnell geschafft. Heute legte ich besonderen Wert darauf, nicht wie letztes Jahr den Start des Hauptwanderweges zu ueberlaufen. Beim Abstieg sind wir auch noch Hollaendern ueber den Weg gelaufen, die zur Hochfeilerhuette laufen wollten, dann weiter zur Chemnitzer ueber den Hoehenweg. Aber so richtig bergerfahren sahen die beiden nicht aus. Trotz des Nieselregens freute ich mich schon wieder auf meinen Garten Eden. Ueber einen kleinen Weg kam ich so wieder an den alten, dem Zerfall zum Opfer fallenden Huetten vorbei und kam dann endlich im naturbelassensten Teil von Muenchen-Venedig an. Der Weg war durch Grashalme zugedeckt, sodass meine Hosenbeine rasch pitschnass wurden, allerdings spuerte ich davon reichlich wenig. Thomas lief mal wieder vorne weg. Als er an einer Kuhweide vorbei kam, fingen ploetzlich alle Kuehe an, auf ihn herabzustuermen. Gluecklicherweise hielten diese aber kurz vor ihm an. Irgendwie haette ich es lustig gefunden, wenn die Kuehe ihn den Berg heruntergescheucht haetten smile. Eine Kuh davon versperrte mir wieder den Weg. Mit bissl Stockklappern und Geschrei bekommt man diese dummen Viecher schnell aus dem Weg. Noch ueber die Bruecke, dann ging es mit dem Aufstieg los. Leider war mein Garten Eden nicht so schoen wie letztes Jahr, da der Regen staerker wurde. Trotzdem genoss ich wieder das Wandern in diesem Kleinod inmitten der zutechnologisierten Welt.

Mein verregteter Garten Eden sad
Dass der Aufstieg wieder happig wird, wusste ich schon. Dann fing es aber auch noch an zu stuermen. Es fehlte nur noch Schnee oder Hagel, aber das blieb zum Glueck aus. Fest verpackt in T-Shirt, Fliess und Regenjacke hatschte ich wieder ein paar Hoehenmeter weiter. Zur Linken konnte ich dann die Hollaender erkennen, die gerade mal auf gleicher Hoehe mit mir waren. Na immerhin bin ich nicht der konditionell Schwaechste, da ich erst noch runter musste um den Fluss zu ueberqueren. Ganz entfernt erblickte ich dann die Hochfeilerhuette. Der Hochfeiler selbst versteckte sich leider in den Wolken sad. Die eigentliche Schwierigkeit des Weges ist wohl, dass man fuer alle 10 Hoehenmeter immer wieder 3 herunter musste - ein staendiges Auf und Ab. Als auch noch die letzten Grashalme zwischen dem Gestein der Hoehe zum Opfer fielen, ging es nur noch steil bergauf. Der Wind wurde so stark, dass ich mich richtig gegen diesen lehnen musste, um voran zu kommen. Das Rauschen des Baches war immer noch zu hoeren, genauso wie die diversen Wasserfaelle, die diesen speisten.
In der Mitte der Wirt mit den ehrlichen Augen
Mit ein paar kleinen Pausen schaffte ich es dann endlich zur Scharte hoch. Mann war ich froh hier oben zu sein und schon haette mich beinahe ein neuer Windstoss umgeschmissen. Letztes Jahr war es ja schon windig, aber dieses Mal fast unertraeglich. Mit Wind und Regen der in mein Gesicht schlug lief ich gleich weiter ueber die Scharte. Beim Abstieg machte mir meine Kondition nicht zu schaffen. Weiter vorne sah ich auch Thomas in seinem original "Deutsche Post" Outfit. Vllt. wuerde er meinen Rucksack als Paket annehmen sad.

Der Abstieg bis zur oberen Engbergalm war schnell geschafft: Den Gliedersee rechts liegen gelassen ging es mit einem steilen Weg direkt ab. Dieses Mal war der Weg im Vergleich zum letzten Jahr nur sporadisch zugeschissen. Letztes Jahr war mehr Schafkot als Weg zu sehen smile. Bei der Alm kehrten wir dann gleich ein - zusammen mit 2 anderen Leuten, die auch ueber die Gliederscharte kamen. Da es regnete, lud uns der knuffige Wirt auch ein, herein zu kommen. Die Huette war wie erwartet einfach aber gemuetlich eingerichtet. Fuer mich gab's 2 Radler. Das hatte ich mir verdient. Der Tee fuer den anderen wurde mit Schnaps serviert smile. Hier gefiel's mir wieder richtig gut.
Die Behelfsbruecke ueber ein Baechlein
Der Wirt ist einfach ne ehrliche "Haut". Man konnte ihm sofort ansehen, wie herzlich er ist. Irgendwann hat alle Gemuetlichkeit ein Ende und ich musste noch nach Dun. Also Regenklamotten wieder angezogen und ab nach Dun! Vorher noch ein Foto mit dem Wirt - letztes Mal hatte ich das vergessen. Dun war auch schnell erreicht. Meine Kamera verstaute ich unterwegs im Rucksack, da diese bereits vom Wasser beschlagen war. In Dun kam die naechste Ueberraschung. Die einzige Uebernachtungsmoeglichkeit hatte geschlossen. Angeblich schon seit einem Jahr!!! Und das ist die offizielle Via-Alpina Uebernachtung?!? So musste ich noch runter nach Pfunders, in dem ich bereits wusste, wo ich uebernachten wollte: Im Schneiderhof, der mir schon letztes Jahr so gut gefallen hat. Ein Doppelzimmer darin war auch noch frei. Beim routinemaessigen Waeschewaschen war ich dann von der Siffe ueberrascht, die die heutige Tour in dem Fliess hinterliess. Auf sowas bin ich aber stolz smile. Mein Handy fiel dem heutigen Regen zum Opfer. Das macht keinen Mucks mehr :-/. In den naechsten Tagen muss ich eine Loesung dafuer finden. Futter gab's im Gasthof Brugger, der in der Naehe des Schneiderhofs liegt. Neben dem Hauptgericht gab's gleich noch ein Brotzeitbrett. Mit hungrigem Magen wollte ich heute nicht einschlafen. Morgen kommen ueber 1500 Meter Aufstieg!!! Mir fallen gleich die Augen zu.