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Tag 18 - I'm the Postman!
Mittwoch (9.7.08)
Nevesjochhuette (Chemnitzer Huette) → Kellerbauer Weg →
Sand in Taufers → Ahornach
Unterkunft: Moosmair

Huette:
Essen:
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Die Chemnitzer Huette in der Morgensonne
Ich weiss gar nicht, wo ich heute anfangen soll. Gestern floss bei mir mal wieder der vino. Kaum ist man in Italien, schon kostet das Bier soviel, dass es nicht mehr schmeckt. Aber auch so wuerde es nicht schmecken - es ist halt kein Bayerisches smile. Der Wirt hielt auch noch so lange durch, bis meine zweite Karaffe leer war. Dann ging's ab ins Bett. Kein Matratzenlager. Bei 2 € Unterschied war mir das auch lieber. Im Matratzenlager waren schon zu viele Leute und irgendeiner schnarchte auch. Lediglich das Bett war etwas klebrig, so dass ich mich wieder in meinen Schlafsack einpackte. Vllt. war's auch nur die hohe Luftfeuchtigkeit. Morgens verschliefen wir wieder mal. Ohne Wecker wird zeitgerechtes Aufstehen sehr schwer. Das Fruehstueck war auch ganz fein. Nur ist bei der Huette die Wurst ausgegangen *gg*. Aber kann ja mal passieren und wir waren ja unangemeldet. Der Wirt gab mir dann noch was mit: eine Postkarte fuer den Wirt Hugo der Drei-Zinnen Huette.
Mein Wuschl bekam mal wieder Auslauf
Jetzt bin ich der Postbote in den Alpen smile. Vllt. hat er immer Post von der Drei-Zinnen Huette erhalten durch die Via-Alpina Gaenger und kann sich jetzt revanchieren. Nachdem die ganzen Sachen gepackt waren ging's dann endlich los: Ueber den Kellerbauer Hoehenweg. Im Vergleich zum gestrigen war dieser auch schoen zu laufen, da er nicht so gut praepariert war. Beim gestrigen Hoehenweg haben's die Wegpfleger schon etwas uebertrieben. Baeh - bei meinem linken Arm geht die Haut ab. Mein Gesicht ist heute auch etwas rot geworden aber einen Sonnenbrand sollte ich nicht mehr bekommen. Also der Hoehenweg war wieder mal herrlich. Fern ab von allen Strassen hoerte man nichts anderes als die eigenen Schritte, ein paar Voegel, Murmeltiere die einen Warnruf heraus schrieen und...... Flugzeuge! Zur Schoenheit des Weges kam hinzu, dass dieser staendig ueber 2000 Meter verlief und immer zwischen 100 Hoehenmetern Differenz verlief. Zur Rechten konnte man auch die Dolomiten erblicken.

Der Kellerbauer Hoehenweg
Bereits beim Beginn der Tagesetappe schmerzte mir mein rechter Fussmuskel genau an einer Stelle. Mit der Zeit wurde das so schlimm, dass ich das Ganze mit Mobilat und der kuehlenden Traumasalbe behandelte. Fuer eine halbe Stunde war dann auch Ruhe und danach ging's wieder los. Ich machte mir auch Gedanken darueber, ob ich evtl. mit der Gondel abfahren sollte - natuerlich waere ich morgen wieder hochgefahren! Bei einer Pause hatte ich freien Blick auf die Speikbodenspitze auf dessen Grat Menschen liefen, die wie kleine Ameisen aussahen. Diese konnte man auch kilometerweit bis zu meinem Pausenplatz hoeren. Wenig spaeter liefen sie mir ueber den Weg. Es war ein Schulklassenausflug mit zig Kindern, die wie eine Karawane den Pfad herunterliefen. Dann endlich erreichten wir die Gondelabfahrt, die natuerlich links liegen gelassen wurde. Irgendwie wird's schon trotz schmerzendem Muskel herunter gehen.
Ausblick beim Abstieg nach Sand
Seit gestern laufe ich auch ohne jegliche Pflaster an den Fuessen!!! Beim Beginn des Abstieges war ich dann mal wieder vom Kartenmaterial enttaeuscht: Viele Wegeaenderungen waren ueberhaupt nicht eingezeichnet, aber wir erwischten gluecklicherweise gleich den Richtigen. Die Ausschilderung "Sand in Taufers" war auch fuer'n Arsch, da bei manchen spaeteren Abzweigungen das Schild fehlte. Der eigentliche Abstieg war uebel: Es ging furchtbar steil herunter und bei Anfangs ueber 2000 Hoehenmeter war es fuer mich ein Wunder, dass der Abstieg nur ueber Waldstrecken erfolgte. Zu Beginn der Tour machte ich auch einen boesen Fehler: Ich vergass meine Trinkflaschen aufzufuellen. Auch deshalb hatte ich es mehr als eilig ins Tal zu kommen und nach 1 Stunde Abstieg wehte vor mir eine rot-weisse Fahne! Wasser!!! Davon schuettete ich gleich 1 Liter bei Oberpurstein rein und Hunger hatte ich auch, den ich mit einer Wurstsemmel bekaempfte. Nach einer weiteren Stunde nach verlassen der Oase waren wir dann in Sand in Taufers, wo ich endlich meine Vorraete auffuellen konnte: Wasch- und Duschgel. Um etwas zu sparen kaufte ich noch 1,5 Liter Cola und 2 Liter Wasser ein, die ich noch nach Ahornach hoch schleppen musste. Da beim Fotoladen Stromausfall war, konnte ich leider nicht meine Speicherkarte auf DVD brennen lassen. Um morgen unterwegs was zu futtern zu haben, kaufte ich noch Brot mit Hartwurst. Morgen ist der Mega-Matsch zur Rieserfernerhuette.

Sand war fast erreicht...
Wegen dem Extragewicht hatte ich meine Probleme, die letzten Hoehenmeter zu ueberwinden aber die eine Stunde schaffte ich noch. Dann war die Etappe endlich zu Ende. Nachdem offiziellen Via-Alpina Weg haette man eigentlich die Gondel benutzen sollen. Deshalb kehrten wir erst um 17:30 Uhr beim Moosmair ein und ich schnappte mir wieder die Halbpension fuer 10 € mehr und das hat sich auch rentiert. Hier das Menue, das ich unbedingt festhalten muss:

Vorspeise: Graukaesetortellini auf Lauchfond mit Butter abgeschmolzen
Salat: eine selbst zusammengestellte voll beladene Schuessel mit ganz viel feinem Zeug
Hauptspeise: Lammfilets auf Ratatouille und Gratinkartoffeln mit Thymiansauce
Nachspeise: Rotweinkuchen mit Doerrpflaumeis

So laesst es sich leben grin. Alles hat natuerlich herrlich geschmeckt. Wir bekamen wieder einen Sondertarif in diesem Naturhotel, was meinen Geldbeutel aufatmen lies. Jetzt ist es schon nach Mitternacht und ich bin richtig kaputt. GN8!