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Tag 19 - The Power of Cola and Beer
Donnerstag (10.7.08)
Ahornach (Moosmair) → Rein → Innere Geltalalm →
Rieserfernerhuette
Unterkunft: Rieserfernerhuette

Huette:
Essen:
Fruehstueck:
n.a.
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Dieser Bauer meinte, dass querfeldein dieser seltsame Weg fuehrte sad
Ich kann froh sein, dass ich morgen nur den Abstieg vor mir habe. Nach dem heutigen und gestrigen Hatsch hab ich dringend Erholung noetig. Erst gestern die Etappe zuzueglich dem Weg der eigentlich mit einer Gondel gefahren wird und heute der Hatsch nach oben, der richtig herum fast nur abwaerts fuehren wuerde. Alles fing schon morgens an: Wir verschliefen mal wieder. Ich brauche dringend wieder eine Uhr! Nachdem mich schon gestern das Essen so faszinierte, war es fuer mich keine Ueberraschung, dass das Fruehstueck genauso reichlich war. Also wieder vollstopfen! Cocopops, Semmel mit Schinken, Wegzehrung uvm. Gesaettigt packte ich fertig. Im Hotel hinterliess ich ziemlich viel Muell (Wasserflaschen von gestern, Duschgelverpackung, Rei Verpackung uvm.). Wurde mal wieder Zeit, meinen Rucksack zu entruempeln. Dann rief ich noch meine Eltern kurz an um zu fragen ob alles OK ist und um meinen Pausenpunkt mitzuteilen. In Sexten, welches in ein paar Tagen kommt, werde ich mir einen Tag Auszeit nehmen. Dann ist auch HALBZEIT!

Der Moraenenabgang inkl. Wurzel
Da sich Thomas noch verquatschte, brachen wir erst um 10 Uhr auf. Was man kaum glauben kann ist, dass kein Wanderweg direkt zum Einstieg vom Wanderweg hoch zur Rieserfernerhuette existierte. Deshalb musste ich erst mal nach Rein laufen. Schon nach kurzer Zeit kam die erste Alm: Moos Alm. Wasser und Apfelstrudel schmiss ich mir dort ein. Der Apfelstrudel war aber mehr ein Apfelkuchen - dafuer aber frisch aus dem Ofen smile. Auf dem Weg nach Rein konnte man bereits den Weg anschauen, der hoch zur Rieserfernerhuette fuehrte. Aber ich wurde gezwungen, erst einen umstaendlichen Umweg ueber Rein zu gehen. Ein Ass hatte ich noch im Aermel: In der Karte war ein ganz leicht gepunkteter Weg, der mir einige Kilometer ersparen wuerde. Bei der Lobisa Schupfn hielt ich danach Ausschau und fragte dann einen Bauern, welcher meinte, dass das ein alter Weg sei ueber den das Heu ins Tal gebracht wurde. Nach einer kurzen Wegbeschreibung liefen Thomas und ich los. Zuerst liefen wir im huefthohen Gras. Die Scheune war auch bald sichtbar aber kein Weg. Da ging's nur noch steil bergab. Ach verdammt! Also wieder zurueck auf den langwierigen Weg. Ca. 500 Hoehenmeter weiter unten kamen wir endlich in Rein an und beim ersten Hotel fuellte ich 1 Liter Mineralwasser nach. Da meine kurze Hose noch von gestern Frueh nass war, lief ich anfangs in meiner langen Hose. Ich sollte mir wirklich mal ne kurze Funktionshose kaufen! Um nicht ueber's Zentrum von Rein laufen zu muessen, kreuzte ich dann doch noch ueber irgendwelche Wiesen und Hoefe ab und dieses mal klappte es! Laut Karte sollte der Hauptstrasse entlang ein Wanderweg sein, nur war weit und breit nichts zu sehen! Thomas wollte dann von der Strasse weg und einen vermeintlichen Wanderweg nach. Immerhin waren wir vom Asphalt weg. Der Weg endete dann vor einer Wiese, die wir entlang liefen. Rechts fuehrte ein sumpfiger, mit Wasser gefuellter Graben entlang und nach ein paar Minuten blieb uns nichts anderes uebrig als den modrigen Graben zu ueberqueren. Thomas warf erst seinen Rucksack darueber und sprang dann auch hinweg. Aber sowas waere mir zu stressig. So lief ich bissl herum und fand einen Stein, der in den Graben hineinreichte. So musste ich nicht meinen Rucksack abnehmen um das Schlammwasser zu ueberqueren. Wenig spaeter landeten wir wieder auf der Strasse, aber bald fuehrte auch ein Wanderweg entlang, der endlich zum Weg hoch zur Rieserfernerhuette fuehrte.

Eine der vielen Gaemsen
Dieser war von Anfang an ein richtiger Wanderweg, nicht wie man es gewohnt ist, dass man erst mal ewig einen Forstweg entlang laeuft. Der Wanderweg ist so stark praepariert, dass er fast langweilig war, wenn auch sehr schoen. Um nicht soviel Futter im Rucksack mit hoch zu nehmen, machte ich eine kleine Pause. Vom Fruehstuecksbuffet schmiss ich mir die belegte Sesamsemmel rein und teilte meinen Apfel mit Thomas, der mir schon oft Brot und Kaese anbot. Danach wurde noch so eine Art Pfefferwurst und ein Teil des Vinschgauer Brotes verputzt, die ich gestern in Sand kaufte. So gestaerkt ging's weiter hoch, bis man vor einer Moraene stand, die eine dicke Wurzel in den Weg geworfen hatte. Das war schon die dritte Moraene auf der Via-Alpina innerhalb von 2 Wochen. Unterwegs kamen uns auch andere Bergsteiger ueber den Weg, die wohl nur kurz zur Huette hoch wollten und dann wieder runter liefen. Fuer mich einfach unverstaendlich. Gerade die Huettenatmosphaere ist das, was fuer mich das Wandern so interessant macht. Nach ca. 2 Stunden Aufstieg war ich auf einen Schlag vor einer Art Plateau. Wie mit einem Hammer eingeschlagen war ploetzlich alles eben. Am Rande der Ebene beugte sich wieder die Felswand des Hochfeiler darueber. Das ganze erinnerte mich an "Lost World", nur ohne Dinosaurier grin. Das ist wirklich sehenswert. Nach kurzer Zeit wehte auch was ganz schoenes vor mir: Eine weiss-rote Fahne und das hiess Cola und Bier!!! Den Weg dorthin saeumten Ziegen die bis auf 2 Meter herankamen.
Die Rieserfernerhuette
Obwohl ich "erfahrungsgemaess" dieses mal darauf achtete, dass die Getraenkeflaschen voll sind, schuettete ich mir bei der Alm ein grosses Cola und ein Bier rein, das trotz Italien 0,5 Liter gross war und trotz Heli-Lieferung nur 3 € kostete! Hinzu kam noch, dass der Ausschankmensch sich mit uns gut unterhielt. Das Trinkgeld fiel natuerlich dementsprechend positiv aus. Ach war das herrlich. Von der Cola und dem Bier angeheizt gings dann weiter. Die Alm wurde immer kleiner und kleiner, der Weg steiniger und rauher, die Scharte kam immer naeher. Schon waren 1,5 Stunden vergangen. Kann das von Cola und Bier kommen?!? Konnte fast nicht anders sein. Nur mit 20 sekuendigen Trinkpausen 500 Hoehenmeter einfach so hoch? Aber es lief wie gelachgast. Cola und Bier sind fuer mich sowas wie Lachgas in der Einspritzanlage. Das Bier bei der Alm hat sogar geschmeckt, was in Italien bisher nie der Fall war. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass das Forst Bier ist - aber nicht das normalerweise ausgeschenkte Premium sondern ein kraeftigeres. Ich konnte es kaum glauben: Sind die Oesis tatsaechlich im Stande, gutes Bier zu brauen? Bis auf diese Ausnahme wohl nicht smile. Ein paar kleine Schneefelder weiter stand dann endlich die Rieserfernerhuette! Juchee!!! Schluss fuer heute! In der Huette selbst war's urgemuetlich. U. a. aeltere Leute, die immer noch in den Bergen unterwegs waren und DAS finde ich mal wieder klasse. Man findet in den Bergen leider viel zu wenig junge Leute. Vor allem habe ich immer hoechsten Respekt vor den teils ueber 70-jaehrigen, die in den Bergen herum huepfen wie eine Gams.

Weil ich jetzt gleich wieder einen Liter Wein intus hab' hoere ich lieber auf Schmarrn zu schreiben! Morgen trennen sich vermutlich auch die Wege von mir und Thomas.