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Tag 32 - Die Autobahn Strecke
Mittwoch (23.7.08)
Gasthof Plattner → Egger Alm → Dellacher Alm →
Starhand Gasthof → Feistritzer Alm (Oisternighuette)
Unterkunft: Feistritzer Alm

Huette:
Essen:
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Gasthof Plattner
Als zufrieden und glueckselig kann ich mich heute sehen. Es gelang mir schon wieder, 2 Etappen zusammen zu legen. Das Fruehstueck beim Gasthof Plattner war sehr reichlich und eine Semmel machte ich mir gleich wieder als Proviant. Das war fuer mich sowas wie die Henkersmahlzeit, da es die letzte zusammen mit den Belgiern war. Fuer die war das Wandern aber noch nicht vorbei. Die machten noch weitere Touren in ein paar Tagen. Nach dem fuer mich traurigen Abschied (Die letzten 2 Tage wurde ich von denen auch zu 'nem abendlichen Wein eingeladen) startete ich los.

Gerade + Humus + keine Hoehenmeter = Schnellwanderweg nach Triest
Die Egger Alm war mit 4 Stunden angeschrieben und ich wollte evtl. noch die naechste Etappe heute mitnehmen. Das erste Wegstueck fuehrte erst mal 200 Hoehenmeter hoch zu einer weiteren Gondelstation. Als ob das nicht reicht, konnte ich schon wieder einen wohl kuenstlichen See fuer die Schneekanonen sehen. Als ob das nicht reicht, fuehrte mich mein Wanderweg noch per Forststrasse am See vorbei. Die Garnitzenalm liess ich gleich links liegen. So ne Apres-Ski-Touristenbude sollte von mir keinen Cent sehen. Die Freude, wieder auf einem Wanderweg zu sein wurde schnell zerschlagen als der Wanderweg nach 10 Minuten schon wieder ueber eine Forststrasse weiterfuehrte. OK, etwas Forststrasse ich nicht schlimm dachte ich noch in diesem Moment. Als dann aber nach Karte wieder ein Wanderweg kommen sollte und stattdessen eine Forststrasse vor mir war, war ich doch etwas erbost. Der Wanderweg separierte sich aber schnell von der Autobahn und war endlich so wie in der Karte eingezeichnet. Zuerst gemuetlich zu laufen, waren gegen Ende noch ein paar lustige Kraxelstellen dabei, wobei der Weg nur allmaehlich an Hoehe zulegte. Am Stallensattel angekommen wusste ich schon was mich erwartete: Autobahn und das bis zur Egger Alm. Schon ab diesem Zeitpunkt ueberlegte ich mir, dass die Wanderer welche den karnischen Hoehenweg anders herum laufen (von Thoerl-Maglern) spaetestens am dritten Tag das Kotzen bekommen muessen. Der Weg ist absoluter Schrott im Vergleich zu dem Anfang ab der Sillianer Huette und schon gar kein Hoehenweg mehr.

Eine der wenigen interessanten Stellen des heutigen Hatsches
Auf dem Weg laufend verputzte ich gleich meine Proviant-Semmel und gelangte schon bald zur Egger Alm, die von einem Haufen kleiner Ferienhaeuschen umzingelt war. Was fuer ein abscheulicher Anblick. Die Autos fuhren auf dem mittlerweile asphaltiertem Wanderweg genauso wie die Fahrrad- und Mopedfahrer. Hinz und Kunz stiefelte hier herum. Bei der Egger Alm entschied ich mich als Mittagessen (es war erst kurz nach 11) fuer einen Kaiserschmarrn, da ich befuerchten musste in Slowenien diesbezueglich auf dem Trockenen zu sitzen. Meine Fuesse bekamen noch eine Stunde frische Luft bis es weiterging. Ich kann unmoeglich ruhigen Gewissens hierbleiben, weil es nicht mal Mittag war. Ueber den asphaltierten "Wanderweg" gelangte ich am Egger-Alm-See vorbei blitzschnell in die naechste "Ferienhaeuschenansammlung" mit der Dellacher Alm und ich hatschte auf der rechts abzweigenden Strasse bergaufwaerts. Bald kommt ja der schwarz gepunktete Weg, der garantiert asphaltfrei war und mir auch einen grossen Umweg erspart. Und wie das bei mir mit dem Glueck ist, war dieser gesperrt mit einem Schild "Weiter auf der Strasse". Ja Scheisse! Verfluchter Hurendreck! Kann ein Wanderweg ueberhaupt mehr Strasse vertragen?!? Aber wie immer gilt: Es hilft nix. Der stink langweilige Weg fuehrte erst noch etwas hoch und dann ganz langsam herunter. Genau so wie ich es hasse.

Genau richtig!
Die naechste Abkuerzung war auch nicht mehr vorhanden und ich war wieder gezwungen, ueber die Forststrasse bis zur Goertschacher Alm hoch zu laufen. Scheisse! Verfickte Scheisse! Der Vorteil war, dass ich aufgrund der geringen Steigung den Weg in Windeseile hochschreitete, bis ich fuer heute endgueltig von den Autobahnen wegkam. Ob es jetzt gut war, dass ich auf einem Wanderweg war oder nicht, lag bald im Angesicht des Betrachters: Zu Beginn fand ich 2 Markiersteine, denen ich folgte. Der Weg fuehrte mich wieder langsam steigend zu Kuhtrampelpfaden. Was ich vermisste waren aber die Markiersteine, die ich bis auf die ersten beiden nicht mehr sah. Ein Blick auf den Kompass bestaetigte meine Vermutung: Ich war nicht auf dem richtigen Weg - das hier war ueberhaupt kein Wanderweg. Was nun? Zurueck und die gemachten 150 Hoehenmeter wieder zunichte machen oder querfeld ein hochstechen in der Hoffnung, auf den Wanderweg oben am Kamm zu treffen. Irgendwie war's mir schon klar, dass es mich mindestens einmal beim Abstechen auf die Fresse legen musste. Ueber haufenweise Gestruepp suchte ich mir einen meist problemlosen Weg, aber irgendwann musste ich direkt durch und schon legte es mich hin, samt einer kleinen Schuerfwunde an der Hand. Aber: Ich gelangte wieder auf den richtigen Weg grin. Heute machte ich mir auch mehr Gedanken darueber, was passieren wuerde wenn mir unterwegs etwas zustoesst. An ein paar Stellen der Strecke lief heute z. B. keine einzige Person und der Akku meines Ersatzhandys ist auch defekt, so dass ich ohne Strom nicht mal einen Notruf absetzen koennte - vorausgesetzt ich haette Empfang. Gerade beim Querabstechen haette es ewig gedauert, bis mit Licht oder Pfeifzeichen Hilfe gekommen waere. Sowas musste ich aber in Kauf nehmen und das Risiko eines solchen Totalschadens ist auch sehr gering.

Die Oisternighuette - umzingelt von Ferienhaeuschen
Der Weg hinunter vom Kamm fuehrte erneut so langsam herunter, dass ich meinte, nie anzukommen und ich war froh, wieder eine Forststrasse zu sehen, die zum heute schon dritten-Touristen-Mini-Ferienhaus-Dorf gehoerte. Dort machte ich auch Rast im "Starhand Gasthof". Der war schon seltsam. Alles war ziemlich veraltet und teilweise mit moderneren Dingen durchsetzt. Die Wirtin quetschte ich dann ueber die Preise von Cola und Wasser aus und sie wollte nicht verstehen, dass ich Geld sparen wollte. Letztendlich nahm ich beides smile. Das Cola wurde vorsorglich fuer die restlichen 250 Hoehenmeter reingeschuettet und die Wirtin erklaerte mir noch den weiteren Weg. Ich haette auch hier im Matratzenlager uebernachten koennen, nur war es hier einfach nicht gemuetlich und ich haette den Aufstieg spaetestens morgen auf die Etappe draufschlagen muessen. Langsam verlief dieser Weg erst herunter bis ein klitze kleiner Wegweiser links hoch zur Feistritzer Alm zeigte. Auf diesem vermeintlichen Pfad war ich froh, nach den bisherigen Ereignissen wenigstens einen Wegweiser zu finden. Wenn ich immer links vom Bachlauf lief, konnte ich nicht falsch laufen. Als ich von dem Trampelpfad herauskam musste ich schon wieder auf dem falschen Weg unterwegs gewesen sein. Mein Weg war sicher der schnellere und die Haeuser meines Tageszieles waren zum Greifen nah. Nach 5 Minuten erreichte ich so erleichtert die Feistritzer Alm, auf der ich mich mit einer Gulaschsuppe aufwaermte. Leider hat die Huette nicht das richtige Huettenflair. Dafuer waren das Gulasch und auch die Brettljause sehr gut. Das einzige, was mich unheimlich aufregt ist, dass es jetzt abends in der Gaststube kalt ist und trotz meines Wunsches Holz nachzulegen sowie einer weiteren Andeutung nichts gemacht wurde. Erinnert mich an meine so verhasste Tissi Huette sad.