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Tag 33 - Mission karnischer Hoehenweg erfolgreich
Donnerstag(24.7.08)
Feistritzer Alm (Oisternighuette) →
Schoenwipfel Schutzhaus → Goeriacher Alm →
Thoerl-Maglern → Arnoldstein (Wallnerwirt)
Unterkunft: Wallnerwirt

Huette:
Essen:
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Meine Waschmoeglichkeit fuer den Morgen
Das war heute ein ueberraschend langer Weg. Um 12 Uhr wollte ich heute schon "frei" haben, doch bis Nachmittag musste ich noch darauf warten. Gestern Abend hatte ich nicht viel Lust etwas zu trinken. In einem kalten Gastraum schmeckt mir auch kein Bier und schon vor 10 Uhr ging ich in meine Gefrierkammer um mich in meinem Schlafsack einzumummen. Mit einer Decke und zum ersten Mal zugezogenem Kopfteil fror es mich dann auch nicht mehr und ich schlummerte bald ein. Auf Spinnensuche ging ich zuvor extra nicht, da ich mir sicher war mindestens eine haesslich Grosse zu finden. In der Frueh weckte mich mein Handy und ich ging zum Fruehstueck herunter, das etwas spaerlich war. Zwar hatte ich Wurst und Brot (Kaese und Marmelade haette ich auch haben koennen) aber so richtig schmecken wollte es nicht. Vielleicht lag es daran, dass ich es hier nicht gemuetlich fand oder dass ich hier ganz alleine war. Dann ging ich wieder hoch in's Lager, packte alles und wollte mich verabschieden aber es war schon alles abgesperrt sad. Dann halt nicht. Das Zaehneputzen hatte auch was fuer sich: Die putzte ich mir draussen am Brunnen smile. Von den Hoehenmetern erwartete ich nach der Etappenuebersicht weniger als 300 Hoehenmeter hoch und sonst nur ca. 1350 herunter, weshalb ich nur einen Liter Wasser mitnahm.

Die Kapelle in der Naehe der Schutzhuette
Die Maria-Schnee Kapelle hatte ich schnell erreicht und zur italienischen Schutzhuette wanderte ich schnell 100 runter und wieder hoch. Dann koennen mich ja nicht mehr so viele nach oben fuehrende Hoehenmeter erwarten dachte ich mir. Der folgende Wanderweg fuehrte ewig lange ueber eine Serpentinenstrasse nach unten, doch das Gestruepp und die Baeume waren mir hold: Ich stach bei jeder Moeglichkeit direkt herunter, wenn ich das naechste Stueck Forststrasse unter mir sah. Als ich endlich wieder auf einem richtigen Wanderweg gelangte, war ich richtig froh. Der Weg war recht huebsch fuer die erste Zeit, verlief aber irgendwann sakrisch steil hoch. Nach der Steigung konnte ich mir sicher sein, dass heute nichts mehr hochfuehrte. Kreuz und quer fuehrte der Weg immer wieder mal raus zu einer Forststrasse und wieder rein in den Wald, staendig entlang der Grenze. Jetzt musste es doch heruntergehen, aber stattdessen ging es schon wieder nach oben. Der Hoehenmeterwert in meiner Uebersicht stimmte anscheinend nicht, sodass mein Wasservorrat bald zur Neige gehen musste. Ein erneuter Blick bestaetigte auch meine Vermutung, dass es deutlich weiter hoch ging. Mit ein paar kurzen Pausen schaffte ich es endlich seitlich am Hoechstpunkt des Kapinberg vorbei und JETZT geht es wirklich nur noch runter bzw. auf gleicher Hoehe weiter. Eine kleine Strasse fuehrte mich danach zur Goeriacher Alm, bei der ich sehnsuechtig eine rot-weiss-rote Fahne beim Hinlaufen erhoffte. Hauptsaechlich besteht mein ganzer Trip aus ein paar Stueckchen Hoffnung vermischt mit etwas Glueck und der Sehnsucht auf das Meer bei Triest. Eine Fahne war aber weit und breit nicht zu sehen. Nur eine Art Torbogen zu einem Haeuschen, bei dem ich nach einem Mineralwasser fragte. Der Italiener verstand fast kein Deutsch aber brachte mir eine kleine Wasserflasche. Dafuer wollte er ueberhaupt kein Geld smile. Ich konnte mich immerhin auf italienisch mit einem Grazie bedanken. Das Ganze war also doch kein Getraenkeausschank. Von dem kleinen Alm-Touristen-Haeuschen-Dorf waren es nur noch 1000 Hoehenmeter runter zu Thoerl-Maglern, meinem Ziel fuer heute. Nach einem kurzen Forstweg ging es endgueltig zum direkten Abstieg herunter, der sich links und rechts schoen steil herunterschlaengelte. Der Boden bestand aus wunderbar weichem Humus der mit Tannennadeln ueberdeckt war. So war der Abstieg auch fuer Knie und Fuss wenig belastend. Auf halber Strecke machte ich noch Rast, bei einer Quelle ehe ich ganz abstieg - mal auf dem Weg, mal per Abstecher. In Thoerl-Maglern kehrte ich erst mal ein. Ich war ja schon am Ziel. Beim Strass Stueberl goennte ich mir ne leckere Pizza und 2 Radler. Allmaehlich ging mir wieder das Geld aus und der naechste Geldautomat (und auch eine Apotheke und ein Supermarkt) war in Arnoldstein. Nach dem Mittagessen ging ich rueber zur Tankstelle, neben der das Gasthaus Michor sein sollte und die Tankstelle selbst hiess Michor und hatte ein Lokal. Nur bieten die seit 2 Jahren keine Uebernachtungen mehr an. Na toll. Beim Strass Stueberl waren auch alle Zimmer ausgebucht. Also auf nach Arnoldstein!

Das Haus, bei dem ich ein kuehles, erfrischend prikelndes Wasser von einem Italiener bekam
Die Hauptstrasse bot hierfuer den schnellsten Weg und eine halbe Stunde und zig Autos, LKWs und Motorraeder spaeter war ich schon in Arnoldstein und quartierte mich beim Wallnerwirt ein, mit Zimmer und eigener Dusche. Nach Vollendung des karnischen Hoehenwegs wollte ich endlich wieder etwas Luxus - gerade nach der gestrigen Unterkunft. Im Zimmer angekommen waschte ich erst mal meine Klamotten durch und auch das Rueckenteil und die Traeger meines Rucksacks, der mal wieder muffelte. Danach ging ich zum Shoppen und Geld holen. Ich wusste nicht, wann ich das naechste Mal in eine Stadt kommen werde und holte mir genug Kohle um bis nach Triest zu kommen. Meine Vorraete fuellte ich auch auf (Brausetabletten, Shampoo/Duschgel, Waschgel) und kaufte mir noch kleine Wasserflaschen, um statt mit 2 Litern bei harten Etappen mit 3 Litern zu starten. Beim Abstieg kam es mir so vor, wie wenn das Sommerwetter voll da ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich schon sehr weit suedlich bin. Das Wetter wird hoffentlich auch stabiler. Beim karnischen Hoehenweg kommt es mir so vor, wie wenn die letzten Etappen zurecht kein Schwein mehr laufen wuerde.