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Tag 36 - Fruehsport mit Kater
Sonntag (27.7.08)
Trenta → Koča na Doliču
Unterkunft: Koča na Doliču

Huette:
Essen:
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Der Schein truegte - der Weg war gut ausgebaut
Gestern war es noch so schoen in Trenta. Das Bierzelt fuellte sich allmaehlich, die Leute tanzten und ich fing an, mich mit der huebschen Blonden zu unterhalten. Die kommt aus Texas, ist hier fuer ein paar Monate, studiert Piano und klimpert noch ein bisschen auf der Gitarre herum. Nach ein bisschen Gequatsche schaffte ich es, sie zu ueberreden mir etwas auf der Gitarre vorzuspielen und was ich erst fuer einen Spass hielt, wurde Ernst. Im Dunkeln liefen wir auf der Strasse und spaeter auf einem Schotterweg zu ihr. Wenn ich mir jetzt den Knoechel verdrehe, war's das mit der Tour. Die 5 Bier (oder Starkbier) halfen aber, nicht darueber nachzudenken. Beim Haus ihrer Gastfamilie angekommen spielte sie wie gewuenscht bisschen Gitarre, versuchte mir noch etwas Harmonielehre beizubringen was ziemlich aussichtslos war, obwohl ich mittlerweile Wasser trank. Dann war es an der Zeit, Abschied zu nehmen, wobei wir vorher noch die E-Mail Adressen austauschten und ich hatschte in der Dunkelheit wieder 15 Minuten zurueck zum Festzelt, wobei ich mit Hilfe des Feuerzeuges von Zeit zu Zeit den Weg ausleuchtete (und mir gleich noch 'ne Zigarette anzuendete smile ).

Da kam ich hoch!
Eigentlich wollte ich in meinen Schlafsack gehen aber die Party war noch in vollem Gange. Also Bier her! Dieses schluckte ich wie Wasser runter. War das gut fuer den morgigen Aufstieg? Ach scheiss drauf. 6 Bier sind nicht viel. Als die Party allmaehlich beendet wurde, kam ich mit ein paar Scouts ins Gespraech, die heute mal einfach auf den hoechsten Berg Sloweniens hochgestiegen sind, was 2000 Hoehenmeter rauf und runter bedeutet. Die hatten so zerschundene Beine, dass ich denen meine Tube Bepanthen schenkte (ich hatte noch eine zur Reserve). Als ich mir mein siebtes Bier holen wollte, schenkte mir einer der Scouts eine Dose Bier, was jetzt wirklich mein letztes war. Die Scouts wollten mit mir noch in eine Bar weiterziehen, aber ich verneinte. Sonst wache ich morgen erst um 12 auf! Vor der Haustuere suchte ich nach der E-Mail Adresse der Texanerin und stellte fest, dass ich die wohl beim Bezahlen des letzten Bieres verloren hatte. Da es regnete, war auch nichts mehr zu finden. Immerhin hatte sie meine E-Mail Adresse und falls sie diese wie ich auch verschlampt hat, schrieb ich einen Zettel in der Frueh und legte die 3 Schluessel darauf, die die Frau von der Touri-Informtion abholen wird und dort werkelt auch das blondhaarige Geschoepf smile. Mal schaun, ob ich die nochmal zu Gesicht bekomme.

SCHNEE!!! Leider kann man daraus keinen Schneemann bauen :-/
Ja in der Frueh gings mir natuerlich total beschissen. Nach 5 Stunden Schlaf war's mir zum Kotzen schlecht aber von Muenchen-Venedig und dem alltaeglichen "Valentins-Sauflager" wusste ich, dass ich nur eine Stunde laufen musste und dass es mir dann besser gehen wuerde. Mein Fruehstueck bestand aus 2 Stueck Kuchen, die es gestern zu kaufen gab. Ich bekam aber nur die Haelfte runter. Als Getraenk gab's 'ne Brausetablette. Boah ist das ein Luxus! Schleppend und mit einem langsam aufloesendem Nebel im Kopf packte ich alles zusammen. Gegen 9 Uhr verliess ich meine Luxusunterkunft (verglichen mit den Huetten), hielt - jetzt bei Tageslicht - noch kurz vergeblich Ausschau nach dem Zettel mit der E-Mail und lief los. Auf einer neueren Karte war sogar eine Bruecke ueber den Fluss eingezeichnet, sodass ich mir meine gestrige barfuessige Flussueberquerung haette ersparen koennen :-/. Nach ein paar Metern Strasse von der ich gestern kam zweigte schon gleich ein Forstweg ab. Am Ferienhaeuschen vorbei war schon der erste Parkplatz, dann noch einer und ueberall standen viele Autos herum. Das heisst nichts Gutes. Da muessen einige Leute unterwegs sein. Der Forstweg wurde bald zu einem Wanderweg, der entlang des Tales langsam hoeher fuehrte. Der Anblick war gewaltig. Ich war wieder von Bergen "umzingelt", dieses Mal aber sicher weg von Leuten, die zu faul zum Bergsteigen sind. Serpentinenmaessig fuehrte der Weg Stueck fuer Stueck hoeher. Diesen Weg zu erschliessen war sicher eine Schweinearbeit. Sehr oft war der Weg mit Steinen Wegschwinge fuer Wegschwinge erbaut oder gar in den Felsen eingeschlagen. Kleine Grueppchen von Wanderern kamen mir zum Abstieg entgegen, bei der mir eine Dame ganz besonders im Gedaechtnis blieb: Entweder hatte die sich in die Hose geschissen, hatte richtige Blasen oder war vorher noch nie in den Bergen, was meine Vermutung ist. Die lief den Berg so runter wie wenn sie Stoeckelschuhe tragen wuerde. Wie die schon hochgekommen ist, ist mir schleierhaft. Vielleicht wollte jemand die Dame zum Mond schiessen und sie hat's nicht ganz hochgeschafft.

Tagesendziel
Apropos schiessen: Direkt neben dem Weg hat auch jemand hingeschissen *gg*. Dafuer habe ich Verstaendnis! Unten bei den Parkplaetzen sah ich das erste Mal eine sinnvolle Einrichtung: Ein Baustellenscheisshaus. Viel mehr gibt es ueber den Weg nicht zu sagen. Er fuehrte staendig hoch und auch ueber ein kleines Schneefeld smile. Kurz danach steht man schon vor der Huette Koča na Doliču, die von einem Haufen Leuten belagert wurde. Meine Erklaerung dafuer ist, dass die irgendwo mit einer Gondel hochgefahren sind und bis hierher laufen um dann abzusteigen. Laut Huettenbuch steigt fast keiner von Trenta auf. Die Huettenstimmung wird jetzt gegen Abend gemuetlicher und das WC lernte ich auch schon kennen: Steh-WC's mit einem Eimer Wasser daneben, da es hier nicht genug fliessend Wasser gibt. An das Essen muss ich mich noch gewoehnen. Dieses Polenta Zeug ist nichts fuer mich und wird mir bald zu den Ohren herausspritzen. In spaetestens 9 Tagen werde ich mich in ein feines Restaurant setzen, einen Schweineteuren Wein bestellen, mir den Wanzt vollschlagen und mich abends noch zulaufen lassen und mich halb tot rauchen grin. Eine ganz wichtige Erkenntnis auf der ersten richtigen slowenischen Huette musste ich noch machen: Hier bringt man sein Toilettenpapier selbst mit!