Tag 41 - Die Folgen vom Vortag
Freitag (1.8.08)
Idrija → Idrijski Log → Črni vrh (Metka)
Unterkunft: Metka
Huette:
Essen:
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Den ersten Teil der heutigen halben Strecke bis Črni vrh hatte ich nur als S/W-Ausdruck. Die Karten hoerten genau in diesem Bereich auf. So fragte ich erst mal die eine Bedienung, die neben einem aelteren Herren stand. Die hatten keine Ahnung, wo ein Wanderweg war, versuchten mir aber irgendeinen Weg rein zu druecken, der garantiert nicht der Richtige war. Eine gefuehlte Ewigkeit kam mir die Erklaerung des Weges vor, bei der die Dame auch mal zwischendurch verschwand und mich der Herr auf slowenisch zulaberte. Na toll! Ich war froh, als ich die beiden los hatte. Ist sicher boese gesagt, da die es nur gut meinten, aber letztendlich hatten die keine Ahnung. 200 Meter weiter fragte ich die naechste Dame, bei der es mir aehnlich erging. Da ich schon in der Naehe der Touristen Information war, fragte ich dort nach. Die mussten es wissen und direkt bei der Bushaltestelle fuehrte der Weg links hoch. Na also! Der Anfang ist gefunden. Im Turbo-Modus lief ich der Strasse entlang, die bald in einem Schotterweg ueberging und staendig langsam aber stetig nach oben fuehrte. Dann sprang aus einem Haus so ein Dreckskoeter knurrend und bellend heraus. Scheissviecher. Entweder man erzieht sie oder schlaefert die Mistviecher ein. Der Herrin gehorchte der Hund erst nach einigen Rufen und ich versuchte, sie zu fragen, ob das der Via-Alpina Weg sei, den die Slowenen unter dem Namen "Trans Versale" kennen. Mit slowenischen Worten und multilingual verstaendlichen Gesten machte mir die Frau verstaendlich, dass das nicht der Via-Alpina Weg ist. Als gleich darauf ein junges Maedel dolmetschen konnte, sagte sie, dass der Weg wieder nach Idrija zurueckfuehren wuerde. So ganz traute ich dem Ganzen nicht, lief den Weg noch 5 Minuten weiter um einzusehen, dass ich wirklich zum anderen Huegel rueber muss und der Weg damit sicher falsch ist. So eine verfickte Scheisse! Ueber eine Wiese abgekuerzt war ich schnell wieder bis kurz vor der Bushaltestelle zurueck und auch die 100 HM waren zunichte gemacht. Kurz nachdem der Weg nach der Bushaltestelle (Dort trinken die Leute schon um 9 Uhr morgens ein Bier
Auf diesem Weg rief ich einer Frau, die aus dem Fenster schaute fragend die Worte "Trans Versale" zu und sie bestaetigte dies auch. Grandios! Woher soll man schmecken, dass der Weg der Wanderweg ist? Ein kleiner Wegweiser oder eine Markierung waeren wirklich hilfreich gewesen *grml*! Und fuer diesen Weg wird auch noch eine Foerderung bezahlt?!? Eines war mir auch schon klar: Der Kartenausdruck von der Via-Alpina Seite war so gut wie ueberfluessig. Es fehlten haufenweise Abzweigungen und andere Orientierungspunkte. Der Weg folgte bald einer betonbefestigten Wasserfuehrung bis er mir wieder die Qual der Wahl liess: Ueber eine Haengebruecke oder auf dem Weg weiter. Ein rot-gelber Pfeil zeigte ueber die Haengebruecke und ich ging mit aller Vorsicht ueber diese: Halbverwitterte Planken und rostige Stahlseile sind einfach nicht mein Ding. Auf der anderen Flussseite fragte ich mich wieder bei den Leuten durch. Von Wegweisern - geschweige denn Via-Alpina Symbolen - war weit und breit nichts zu sehen. Die Leute meinten, dass ich hier die Stufen hoch sollte und dass das der Via-Alpina Weg ist. Na gut. Ich waere jetzt dem Fluss weitergefolgt in der Erwartung, dort einen Wanderweg hoch zu finden, aber mit dieser Info war ich auf der sicheren Seite, bevor ich mich verlaufe (ohne Kompass). Die paar Stufen hochgeschritten stand ich vor den Schussschlitzen eines Bunkers und es fuehrte kein Weg weiter. Die Frau, die mir den Weg erklaerte sah mich von unten und gestikulierte, dass dort ein Weg ist. Von oben konnte ich sogar Stimmen wahrnehmen und dann sah ich ein paar umgetretene Grashalme! Das ist der Weg?!? Als ich loslaufen wollte, stand auch schon die Frau neben mir und slowenigestikulierte, dass der Weg dort hoch geht und serpentinenmaessig weiterfuehrt.
In meiner Unterkunft in Idrija gab's uebrigens eine riessige Pizza fuer wenig Geld und beim Anfang des Abstieges von Porezen hoerte ich Motorsaegen und Pferdegewieher, dass so geklungen hat, als ob das Pferd mit der Motorsaege bearbeitet wird! Nach 50 Metern Verfolgung umgetretener Grashalme und der Verwerfung des Gedankens, dass ich vielleicht verarscht wurde stand ich auf der Serpentinenstrasse, die in unendlich vielen Schwuengen nach oben verlief. Damit war ich fast sicher auf der Nicht-Via-Alpina, da dieser Weg oestlich gemaess des Kartenausdrucks verlief, aber so komme ich auch an. Moegliche Abzweigungen gab es hier oben genug, aber ueberall dort, wo ein Schild, mit fuer mich unverstaendlichem Kauderwelsch stand, folgte ich dem Weg ohne Schild weiter. Dieser schien auch der hauptsaechlich benutzte zu sein. Bei einer Abzweigung zeigte ein Schild, welches man nur von der von links herfuehrenden Strasse lesen konnte, dass es rechts nach Pevc geht und auf der Karte fand ich einen Namen Pevec. Na also, ich bin noch auf dem richtigen Weg. Dieser schlaengelte sich naemlich regelrecht durch den Wald. Einmal lief ich von den Schatten der Baeume Richtung 'Von-Spitze-zu-Fuss', mal anders herum. Um so erleichtert war ich, als mir eine junge Frau mit Kinderwagen sagte, dass das der richtige Weg nach Črni vrh ist und ich nur den Wegschildern folgen muesste. Vor allem hier in Slowenien faellt mir auf, wie klasse es ist, dass alle jungen Leute Englisch sprechen koennen und das dies in der naechsten Generation ueberall so sein wird. Wie die Frau richtig sagte, kam irgendwann ein Wegweiser auf einer Teerstrasse, der nach Črni vrh zeigte und als ich endlich wieder mit einer richtigen Wanderkarte laufen konnte (eine weitere ist noch uebrig) war mir klar, dass das vorherige Pevc nicht auf das in der Karte bezogen war. Konnte mir aber egal sein, da ich jetzt sicher auf dem richtigen Weg bin. Lediglich meine Fuesse meldeten sich unerwartet heftig. Anscheinend blieb der gestrige Autobahnhatsch nicht ohne Folgen. Obwohl ich mich wieder auf dem richtigen Weg befand, folgte ich nicht der links wegfuehrenden Wegmarkierung sondern einfach der Strasse weiter. Bei den spaerlichen Markierungen wollte ich heute nicht schon wieder falsch laufen und ohne der Strasse zu folgen muesste ich ueber einen Trampelpfad (den ich moeglicherweise verfehlen koennte) nach Črni vrh.
Die Strasse schlaengelte sich noch etwas den Berg hoch um mich dann endlich mit dem Ortseingangsschild Črni vrh zu begruessen. Der letzte Kilometer auf der Strasse lief sich ins Ortszentrum wie von alleine und im Gasthaus Metka wartete auf mich schon ein Radler, Maultaschen als kleiner Imbiss zu Mittag und nach einer Stunde eifrigem Ueberlegen ob ich wie geplant weiterlaufen sollte, ob es moeglich ist, die kommende Tour mit der uebernaechsten zusammenzulegen und und und, ...... ich entschloss mich einfach hier zu bleiben. Eilig hatte ich es nicht. Meine Eltern kamen fruehestens am 8. August nach Triest und was sollte ich so lange in Triest? Von den Raeumlichkeiten hatte ich die Auswahl zwischen einem Doppelbettzimmer und einem Einzelzimmer, wo ich mich fuer letzteres entschied um den Leuten hier keine Umstaende zu machen. Eines vermisste ich dann doch im Zimmer: Bettzeug. Ein Wanderer ist aber auf sowas vorbereitet und ich packte unerwartet wieder meinen Schlafsack aus. Irgendein Bettzeug lag zwar im Schrank, dennoch ist mir mein Schlafsack mittlerweile lieber