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Tag 45 - Ein Tag vor Triest (Die Passion Martins)
Dienstag (5.8.08)
Matavun (Pr' Vncki) → Lokev → Dornen → Kokos →
Basovizza → San Lorenzo → Mocco → Domio (Sonia)
Unterkunft: Sonia

Huette:
Essen:
o.B.
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Der putzige kleine Hund, der in ein paar Monaten zum Monster mutieren wird
Das war gestern kein schlechter Abend. Ich wuenschte mir nur, dass ich schon in Triest waere. Meine Chivapchichi wurden im hinter dem Haus liegenden Garten extra auf dem Grill gemacht. Was fuer ein feines Schmankerl. Nach dem Essen war ich papp satt. Nicht mal ein kleiner Ritz fuer ein Dessert war frei. Dafuer fanden ein paar weitere Bier ihren Weg sowie ein ganz schmackhafter Wein, den es nur hier gibt. Zu einer unbekannten Uhrzeit ging ich ins Bett. Vor 9 Uhr gab es kein Fruehstueck und mir blieb nichts anderes uebrig, als laenger im Bett herum zu lungern. In dieser Nacht verkrampfte auch das erste Mal meine rechte Wade, was vor allem unangenehm ist, wenn man am Tag darauf noch etwas vor hat. Zum Fruehstueck bekam ich ein Omlette, O-Saft, Mineralwasser, einen selbstgemixten Joghurt und sonst alles, was ich brauchte. Hier koennte man's laenger aushalten. Der knuffige Hund, der in ein paar Monaten zum wahren Monster mutieren wird spielte mit meinem Rucksack herum. Meine Schlappen schien er gern zu haben, da er daran herum knabbern wollte smile. Bei meiner Verabschiedung gab mir der Chef, Erwin, eine Kleinigkeit mit auf den Weg, wuenschte mir alles Gute und weg war ich.

Die Dornenstraeucher, durch die ich mich eine halbe Stunden durchkaempfte und am Schluss jaemmerlich mit zerschundenen Beinen scheiterte sad
Beim Weg, den ich gestern zum Eingang der Hoehle ging befand sich das erste Wegsymbol und dem folgte ich - wird schon das richtige sein [eine Wanderkarte hatte ich fuer den Anfang nicht]. Nach einiger Zeit spuerte ich mal wieder ein Rumoren im Magen und schmiss gleich ein Immodium ein. Nachdem der Druck nicht nachliess nahm ich auch noch eine Zweite, um nach weiteren 5 Minuten einzusehen, dass das nichts brachte. Dieser Bier-Wein-Mix von gestern war zu hart - bzw. zu weich grin. Ein paar Gramm leichter lief es sich viel besser nach Lokev. Die Wegmarkierungen waren somit doch die Richtigen. Die Via-Alpina machte heute eine grosszuegige 'S'-Kurve, was mir ziemlich sinnlos erschien. Ein Wegweiser zeigte auch, dass ich mir mit einer Abkuerzung mindestens 1 h einsparen koennte. Ein guter Grund zum Abkuerzen war, dass meine Ziel-"Huette" keine Uebernachtung anbot. Nach Lokev traf ich einen vollbepackten Menschen, der natuerlich auf der Via-Alpina lief und mir diese wichtige Info gab. Also wird abgekuerzt bzw. besser gesagt das "S" einer Geraden angeformt. In Lovek lief ich zuerst Richtung Prelože, dem Wegweiser Kokos folgend. Nach dem Dorf fand ich bei einer Weggabelung keine Markierung mehr und lief einfach den Weg weiter, der nach oben verlief und am besten "ausgebaut" schien, was sich spaeter als bitterer Fehler herausstellen sollte. So richtig erschien mir der Weg nicht, aber wie das bei mir so mit dem Zurueckgehen ist, lief ich lieber weiter. Das waere ja nicht der erste zugewucherte Weg - mit dem Unterschied, dass dieses Mal dorniges Gewaechs auf dem Weg herumwucherte. Das Zeug war sogar so fiess, dass es Dornen unter den Blaettern hatte! Mit kurzen Hosen machte das Ganze gleich doppelt so viel Spass. Als bereits meine Beine bluteten, nahm ich einen Stecken zur Hand um das Groebste der Dornenpflanzen webzuschlagen. Nach einer halben Stunde Dschungelgefuehl gab ich den Kampf gegen die Dornen auf, da diese jetzt auch von oben ueber dem Weg wuchsen. Ein Querabstecher in den Wald auf der Suche nach einem moeglichen anderen Weg brachte mir auch keine neue Erkenntnis. Fernab von allen Wegen kam es mir mehr und mehr sau dumm vor, irgendwo im Wald herumzusteuern und ich beschloss den Rueckzug. Noch einmal musste ich durch das Dornengestruepp und als ich wieder unten war, atmete ich auf. Ein paar Meter die andere Abzweigung folgend fand ich einen Wegweiser. Fuck, verdammte Scheisse!!! Und jetzt lauf ich mit blutigen Haxen und einer leicht blutverschmierten Hose weiter :-/.

DAS MEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEER!!!
Auf dem Weg nach Lokev konnte ich im uebrigen noch einen Blick zurueck zum letzten Brunshuegel mit der "Huette" Vojkova koča werfen, auf dem ich 2 Tage vorher herumgehuepft bin. Auf dem richtigen Wanderweg waren die bisschen 250 Hoehenmeter natuerlich schnell zurueckgelegt und statt gleich wieder auf der anderen Seite herunterzulaufen, wollte ich weiter zur Huette um dort abzusteigen. Von dort soll man naemlich das Meer sehen koennen, auf dessen Anblick ich mich 44 Tage freue! Bei der Huette selbst war nix los. Die hatte naemlich geschlossen. Dem Anblick nach sollte man die nicht Huette sondern Touristenversorgungsstaette/Hotel nennen. Eine Pause legte ich trotzdem ein und packelte das Ueberraschungsfutter vom Erwin aus. Mjam! Apfelstrudel smile. Der zweite Apfel vom Wirt der Črna prst glaubte jetzt auch dran. Mit den Brausetabletten (Die brauch ich auch nicht mehr) machte ich mir eine kuehle Limo mit einer meiner sonnengeschuetzten Reserveflaschen. Gut gestaerkt stieg ich Richtung Lipica ab und konnte so endlich das Meer sehen. Was fuer ein herrlicher Anblick, nachdem ich zu Fuss von Muenchen bis hierher gelaufen, gekraxelt und geblutet bin smile. Desweiteren war unfassbar, dass der Abstieg ueber einen Geroellweg verlief. Herrlich hinwegrutschend feines Geroell mit dem jeder Abstieg zum puren Vergnuegen wird smile. Leider war das Vergnuegen nur von kurzer Dauer. Ein Schotterweg fuehrte mich nach Lipica, wo ich ueber die Strasse weiter nach Basovizza lief und mich somit wieder in Italien befand, was mir nicht nur das Grenzschild mitteilte sondern auch die "Ich bremse nicht fuer Wanderer" Fahrweise zeigte.

Kurz vor Triest gab es immer noch solche "Berge"
In Basovizza kehrte ich gleich ein um mir 2 Bier rein zu kippen. Angesoffen laeuft es sich doch leichter und genau in dem Zustand zuendete ich mir eine Zigarette an und wanderte weiter in Richtung San Lorenzo. Bald war ich am heutigen Ziel, wo ich mir nur noch eine Unterkunft suchen musste. Der Verkehr war auf dieser Strasse nicht mehr so stark, was das Laufen angenehm machte aber dank des Teers nicht zum Vergnuegen. Entweder bildete ich es mir nur ein oder die Hitze vom Teer stieg tatsaechlich in meine Schuhe und heizte meine Fusssohlen ein. In San Lorenzo waren die Wege wieder nummeriert, was mir mit der slowenischen Karte herzlich wenig brachte. So lief ich einfach die rechts fuehrende Strasse weiter, bis ich mir nicht ganz sicher war, ob ich nicht vielleicht den Wanderweg verpasst hatte. Dann lief ich wieder hoch und entdeckte das Via-Alpina Symbol, das sich heute sehr rar gemacht hat.

Die 20 Meter nach Triest ueberschritt ich erst am naechsten Morgen smile
Als ich mich wieder umdrehen wollte, sah ich ein Maedel, bepackt mit einem Wanderrucksack, die auch auf der Via-Alpina unterwegs ist. So liefen wir zusammen ein kleines Stueck, unterhielten uns kurz und stoppten als sie meinte, dass sie die Via-Alpina richtig herum laeuft. Da geht wohl jemand in die falsche Richtung und sie wollte sicher nicht mehr zurueck nach Triest *gg*. Schade. Ich freute mich schon, wenigstens die letzten 1,5 Tage nicht alleine laufen zu muessen. So schieden sich wieder unsere Wege und ich lief weiter die Serpentinenschleifen herunter durch das Dorf San Antonio, wo ich bei der Abzweigung zur urspruenglich geplanten Unterkunft einfach weiterlief und weiter und wieder mal weiter. Gibt's hier denn keine Unterkunft?!? Auch wenn man sich bei Uebernachtungsmoeglichkeiten nicht auf die Karte verlassen konnte, war die naechste Richtung Triest. Nach einer weiteren Einkehr bei einem Lokal in der Naehe des Kreisverkehrs wurde mir diese Annahme bestaetigt sowie meine Befuerchtung, dass ich schon wieder von der Via-Alpina abgekommen war. Beides fuehrte zur Entscheidung, ab sofort direkt nach Triest zu laufen und Muggia links liegen zu lassen. Zurueck beim Kreisverkehr war Domio ausgeschildert, wo ein Hotel sein sollte. Diese Kreisabzweigung war nicht mal in der Karte eingezeichnet :-/. Auf der Hauptstrasse, neben Firmengebaeuden, Autobahnen sowie Killer-Autofahrern erreichte ich nach 30 Minuten das Hotel Sonia, bei dem ich den stolzen Preis von 60 € fuer ein Loch mit Klimaanlage hinblaettern musste. Meine erste Freude ueber die Klimaanlage wurde schnell sehr klein: Das Teil kuehlt fast nicht. Ob das ueberhaupt eine Klimaanlage ist, kann man sich berechtigt fragen. Essen gab's hier auch nicht. Sowas gibt's doch normalerweise in Hotels! Als ich herlief, sah ich schon ein Restaurant in ca. 500 Meter Entfernung, das ich aufsuchte. Die Lage des Hotels ist fuer mich ganz besonders. Nur ein paar Meter weiter befindet sich das Ortsschild von Triest smile. Morgen sind es weniger als 10 km bis ins Zentrum!