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Tag 46 - Triest
Mittwoch (6.8.08)
Domio (Sonia) → Triest → Piazza unita d'Italia
Unterkunft: James Joice

Huette:
Essen:
o.B.
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Nach der Strasse gelangte ich durch so kleine Gaesschen zum Meer
In der Nacht bevorzugte ich es, statt der "Klimaanlage" einfach das Fenster offen zu lassen, auch wenn ich direkt neben der Autobahn wohnte. Die Klimaanlage taugte rein gar nichts! Ohne Ohropacks schlief ich ein, als die Temperatur im Zimmer ertraeglich wurde. Die Klimaanlage liess ich weiterlaufen - ich zahlte schliesslich dafuer! Aufgestanden bin ich nach 9 Uhr. Eilig hatte ich es nicht mehr. Das Fruehstueck entsprach wieder nicht meinen Erwartungen. Keine Wurst, kein Saft, keine Atmosphaere und das alles fuer 60 € in der Nacht?!? So etwas ist vllt. in Hong Kong drin aber nicht an der Grenze zu Triest. Mit dem Gefuehl, abgezockt worden zu sein, verliess ich das sich als Hotel bezeichnende Gebaeude und lief die Strasse weiter. Jetzt hatte ich auch einen Buergersteig und musste nicht mehr auf die italienischen Autofahrer achtgeben. Mein Plan war ganz leicht: Immer gerade aus weitergehen - laut Karte sollte ich so direkt zum Meer in der Naehe der Touristeninformation kommen, dem Zentrum von Triest.

Endlich am Ziel meiner zweiten Alpenueberquerung
Viel gibt es ueber die ersten km nicht zu schreiben. Nach einiger Zeit wollte ich vorsichtshalber in einem Cafe nachfragen, ob ich noch richtig bin und zeigte die Karte her, um mir meine Position zeigen zu lassen. Das erste Problem war mal wieder, dass kein Schwein Englisch oder Deutsch sprach. Das Zweite, dass die Flachlandmenschen keine Karte lesen koennen. So viele Leute, die ich auf der Tour nach meiner aktuellen Position fragte, konnten mir diese nicht auf der Karte zeigen. So hiess es auch dieses Mal, dass ich ausserhalb der Karte sei (Das war eine detailliertere Karte vom "Hotel"). Dankend zog ich meinem Ziel entgegenlaufend weiter und irgendeiner aus der Bar kam mir nach und laberte mich weiter auf italienisch zu, bis er auf die Strasse zeigte und ich die Worte Via blablabla [den Strassennamen kenne ich nicht mehr genau] hoerte und damit wusste ich, dass ich richtig war. Ein paar weitere Minuten sah ich vor mir den Tunnel, den ich natuerlich nicht betrat sondern ueber Treppen auf eine Strasse ueber den Tunnel gelangte, die gerade weiterfuehrte. Schritt um Schritt kam ich meinem Ziel naeher und konnte in Richtung der nach links fuehrenden Strassen immer wieder das Meer sehen und dass ich nur einen Steinwurf davon entfernt bin. Ich wollte aber im Zentrum zum Meer stossen, da ich mir dort eine schoenere Atmosphaere erhoffte. Die Strassen immer gerade aus folgend fragte ich bei einer Abzweigung nochmal nach und die Englisch sprechende Triestanerin erklaerte mir, ich habe nur die abwaerts fuehrende Strasse entlang zu laufen.

Abendstimmung
Den Ratschlag befolgend stand ich nach 5 Minuten vor dem blauen Wasser. Was fuer ein Anblick. Am Pier hatte ich auch einen Blick auf den rechts direkt beim Meer hochfuehrenden Hang. Im Vergleich zu Venedig war hier das Wasser relativ sauber und es war so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Gut, der Strassenverkehr koennte etwas weniger sein, aber ich hatte jetzt zum zweiten Mal die Alpen ueberquert!!! Ab sofort ist wieder Ruhe angesagt. Fressen und Saufen, Ausschlafen und spaet zu Bett gehen, aber auch Lernen und mein Studium zu Ende bringen. Lieber wuerde ich gleich weiter wandern smile. Am Pier liess ich von einem Italiener ein paar Fotos von mir schiessen und genoss die fuer mich besondere Atmosphaere, die vermutlich nur ich so geniesen konnte. Dass die Unterkunft etwas mehr in Triest kosten wuerde, dachte ich mir schon. Der Platz Piazza unita d'Italia war gleich in der Naehe meines Zielpunktes und am Ende des Platzes leicht versteckt die Tourismus Information, die mir ein Zimmer mit hoffentlich funktionierender Klimaanlage fuer 70 € vermittelte.

Piazza unita d'Italia bei Nacht
Das Hotel James Choice machte einen viel besseren Eindruck als das gestrige und lag auch 100 Meter entfernt leicht versteckt in einer Gasse. Auch die Klimaanlage funktioniert und damit hat meine Reise ihr endgueltiges Ende gefunden. Mir wird ganz anders, wenn ich an die Anfaenge der Tour denke, in denen ich nach 3 Tagen ernsthaft wegen dem Zustand meiner Fuesse ueberlegte abzubrechen, meinen Teil-Gefaehrten Horst und Thomas, den einsamen Strecken - vor allem, wenn ueberall die Blitze einschlugen, der kaeltesten Nacht auf der Feistritzer Alm, meinem relativem Glueck mit den Unterkuenften, den ganzen netten Leuten die ich kennen lernte, auch Ludwig Grassler, der mich mit seinem Muenchen-Venedig Buch auf's Weitwandern brachte, dem teils miesen und auch luxurioesem Fruehstueck, der urigsten Huette - der Meilerhuette, welche gleich die Erste auf der Tour war, meinem Privatkoch auf der Duerrensteinhuette, der kleinsten und gemuetlichsten Huette der ganzen Tour, der Standschuetzenhuette, dem feinen Enzianschnaps, der Party in Trenta, meiner ersten Begegnung mit dem Edelweiss und besonders wichtig: Die unbezahlbare Erfahrung und die Erlebnisse auf der Tour, die unbezahlbar und mit nichts anderem vergleichbar sind.

Aber die ganze Zeit war ich nie wirklich alleine: Mein Wuschel war immer mit dabei sad



FIN