Tagebuchtage:
 
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Tag 6 - Der Berg zum Greifen nah!
Freitag (27.6.08)
Murnau → Eschenlohe → Oberau → Farchant →
Garmisch-Partenkirchen
Blick auf den Teich entlang des Weges der sieben Quellen
Beim Wandern gibt es wohl nichts schoeneres, als frisch erholt weiterzulaufen. So war es auch heute bei mir. Allerdings weniger frisch sondern vielmehr verkatert smile. Wg. dem gestrigen Russland vs. Spanien Spiel floss das Bier wieder literweise! Von dem geplanten Start der Tagesetappe um kurz nach 9 wurde so auch nichts. Gegen 10 Uhr startete ich nach 3-maliger Verabschiedung die Tour. 3-malig, weil ich immer wieder meinte etwas womoeglich vergessen zu haben und wg. dem gestrigen Bierkonsum kehrte ich nochmal wg. einem "Sicherheits-WC-Besuch" um smile. Aber dann gings endlich los! Erstes Ziel war Eschenlohe. Zwar verlief der Weg auf einem teilweise geschotterten Weg, dafuer aber leider in der Naehe einer Hauptstrasse. Eschenlohe war aber so schnell erreicht wie der Gruenwald Biergarten bei der ersten Tagesetappe. Und endlich hatte ich auch das erste Gespraech mit einem anderen Wanderer, der die Unterhaltung mit einem Kommentar ueber meine zugetapeten Fuesse einleitete *gg*. Mittlerweile bin ich wirklich Experte im Zutapen. Leider verschlonzten die Tapes meine neuen Socken schon wieder, aber wenn ich erst mal in den Bergen bin, wird sich das Beduerfnis nach Klebestreifen und Blasenpflaster hoffentlich von alleine erledigt haben.
Der Weg in der Naehe der Schanze (die ich nie sehen konnte)
Guter Dinge, froh und munter entschloss ich mich dann, einen etwas laengeren Weg in Kauf zu nehmen: "Bei den sieben Quellen". Dieser fuehrte mich weiter weg von der Hauptstrasse. Und es war nicht die erste richtige Weg Entscheidung fuer heute. Der Weg fuehrte teils ueber kleine Waldstrecken, bei denen man immer auf kleine Quellen gestossen ist und dank der fallenden Quellen gab es auch kein sauerstoffarmes Wasser und somit auch keine Muecken smile.

Schon von Murnau konnte ich die Zugspitze erkennen und so fiel mir der Weg nicht wirklich schwer. Ich wusste, dass ich am Fusse des Zugspitzmassiv uebernachten werde und hinzu kam noch, dass ich inmitten weiterer Berge (keine Brunshuegel) meinem Ziel naeher kam. Mein Weg folgte auch entlang der Loisach, die aehnlich wie die Isar um so blauer und klarer wird, desdo naeher man der Quelle kommt. So, nun wieder zurueck zum Weg. Das Ende des "Quellen"-Weges verschandelte eine Teerstrasse, die auch noch an einem Golfplatz vorbeifuehrte mit einem "sehr" interessanten Warnhinweis ala "Vorsicht, Baelle von links". Na danke. Soll ich jetzt immer nach links schauen fuer den Fall, dass einer der Neureichen falsch draufhaut? Statt dass diese Wichtigtuer einfach ein Netz herumziehen. Aber nein! Freie Sicht statt Loecher im Kopf. Nach dem Verlassen der "Gefahrenzone" erfolgte die erste grosse Pause. Eilig hatte ich es nicht, da Horst erst gegen Abend nach G-P kam.

Meine beiden Mass-Sponsoren smile
Heute stuermte ich auch nicht von Anfang an so los wie am ersten Tag, was womoeglich ein Grund fuer meine Verletzungen war. Die Pause wurde dann in Oberau gehalten. Schuhe aus, Socken aus, die Tapes der Fuesse erneuern und dann relaxen. Den Rucksack als Kopfstuetze legte ich mich auf die Bank, liess meine Fuesse baumeln und lauschte dem Rauschen der Loisach. Nach 30 Minuten wurden wieder meine Fuesse in die Schuhe gequetscht, der Rucksack aufgezurrt und weiter auf einer idyllischen Strecke, dem Rundweg fuer irgendeine Schanze. Weit weg von der Strasse konnte ich so viel mehr den Anblick des Zugspitzmassivs geniessen und schon war ich auch in Farchant. Ab auf den Philosophenweg! Der war zwar laenger zum laufen aber fuehrte ein paar Hoehenmeter nach oben und goennte mir einen schoenen Ausblick auf Garmisch-Partenkirchen. Ruhesuchend setzte ich mich auf eine Bank und kam sogleich ins Gespraech mit einem aelteren Paar, die anscheinend auch auf einer kleinen Tour waren und frueher aehnliche Tour-Wuensche wie ich hatten, diese aber nicht verfolgten. Das ist auch etwas Faszinierendes beim Bergsteigen: Dass man mit ehrlichen Leuten sofort prima ins Gespraech kommt. Man bekommt mich wirklich selten sprachlos, aber die beiden haben es geschafft: Die gaben mir einfach so 10 Euro und meinten, dass ich mir eine Mass auf einer Huette kaufen soll. Die 10 Euro nahm ich als Student natuerlich von Herzen dankend an, wir unterhielten uns noch etwas, dann folgte ich weiter den Weisern meines Traumpfades ab nach Garmisch-Partenkirchen.

Horst mein Taxifahrer smile
Beim Subways war dann erst mal Pause. Mein kleiner Zeh meldete sich und auch mein Magen, dessen Mittagsbrei aus einem Apfel bestand. Fuer den Magen gab's ein halbes "Sub des Tages" und fuer meinen kleinen Zeh? Na klar! TAPE smile. Etwas besser stabilisiert traf ich mich dann endlich mit Horst. Er im Wohnwagen fahrend und ich zu Fuss erreichten wir den heutigen Zielpunkt: Skischanze G-P. Nach einer kleinen Brotzeit im nahe gelegenen Biergarten wollte Horst dann unbedingt mit dem Wohnmobil hoeher fahren (natuerlich entgegengesetzt zur naechsten Etappe). Eigentlich ist Autofahren nicht meine "Zu Fuss" Art, allerdings haette ich ohne Horst gleich hier im Hotel pennen koennen und fuer die Tour am kommenden Tag fahren wir sowieso wieder exakt hierher! So kam ich dem Wunsch vom Horst, mit dem Wohnmobil einen schoeneren Schlafplatz zu suchen, entgegen, stieg ins Wohnmobil und wir tuckerten teils mit 1. Gang und durchgetretenem Pedal auf den dem Zugmassiv gegenueberliegenden Berg.
Unser wunderschoener Sonnenuntergang beim Schlafplatz
Dort konnten wir den morgigen Wegverlauf sehen und das Beste: Der Sonnenuntergang tauchte das Zugspitzmassiv und die darunterliegenden Wolken in herrliches Rot.