Tagebuchtage:
 
<< Vorheriger Tag
Naechster Tag >>
 

Alle Bilder
Tag 42 - Oh du Langeweile, toete mich!!!
Samstag (2.8.08)
Črni vrh (Metka) → Pirnatova koča →
Hrušica → Predjama (Gostilna Požar)
Unterkunft: Gostilna Požar

Huette:
Essen:
Fruehstueck:
Schlafplatz:
Gemuetlichkeit:
Empfehlung:
Der einzig schoene Teil des Tages
Einen langweiligeren Hatsch kann man sich wirklich nicht mehr vorstellen. Fast jede Wegstrecke sah durch die umgebenden Baeume gleich aus. Eine Beschneidung ohne Betaeubung waere angenehmer gewesen! Dass gestern Wochenendfreitag war, konnte ich schon daran erkennen, dass im Metka die Jugendlichen des Dorfes tranken. Bei denen gibt es aber vermutlich so etwas wie Ausschankschluss, da die Bedienung gegen 10 Uhr etwas laut verkuendete. Als ich nach 10 Uhr in meine Kammer ging, verstummte auch bald das Rauschen der Worte, das in mein Zimmer drang. Schlafen konnte ich trotzdem nicht. Das Fenster konnte man nur kippen und die Waerme tat ihren Rest. Machte aber nix, weil man beim Wandern nicht einschlaeft. Nur das Aufstehen fiel wieder mal schwer. Der Alarm meines Handys ging an und ich blieb regungslos im Bett liegen. Der Alarm geht ja gleich mitsamt des ganzen Handys aus. Dem war aber nicht so. Was ist denn jetzt los? Geht mein Handy wieder?!? Anscheinend wurde der Akku etwas geladen und um damit noch lange Spass zu haben, schaltete ich das Handy gleich aus. Es ist unglaublich, wie sehr ich an dem Ding haenge. Es ist nunmal das einzig moegliche Kommunikationsteil, das mir in der Not helfen kann und mit dem man mich fuer Notfaelle von zuhause erreicht. Das Fruehstueck war bei den ca. 20 € fuer die Uebernachtung inklusive und passte auch fuer meine gehobenen Beduerfnisse smile.

Die Huette mit dem "wahnsinnigen" Ausblick
Der Anfang des Weges war schnell gefunden. Die Hauptstrasse wieder ein paar Meter zurueck, an der Kirche vorbei und bald zweigte ein Schotterweg ab, den ich ewig entlang lief, erst ueber eine freie Flaeche, dann in den Wald hinein. Auf der ersten Lichtung angekommen meinte ich, die Abzweigung hoch zu Pirnatova koča verpasst zu haben. Diese wurde allerdings spaeter gut ausgeschildert ausgewiesen. Der heutige Weg war allgemein sehr gut beschildert! Man will es kaum glauben! Endlich weg vom Fahrradweg hatschte ich hoch zur Huette, wobei ich unterwegs noch so seltsame Nordic Walking Fritzen bergauf ueberholte. Solche Pfeifen! Die hatten nicht mal Gepaeck dabei und pfiffen aus dem letzten Loch. Am Anfang meiner Reise hab ich vermutlich auch so ausgesehen grin. Bei der Huette angekommen erwartete ich natuerlich einen schoenen Ausblick oder aehnliches, lief noch ein Stueck die Strasse nach der Huette weiter und fand nichts, aber auch wirklich gar nichts, geschweige denn einen guten Grund, hier hochgelaufen zu sein. In der Huette, die gerade renoviert wurde, kaufte ich mir ein Radler um wenigstens etwas von den ueberfluessigen Hoehenmetern zu haben. Da haette ich gleich den Fahrradweg weiterlaufen koennen! Hinter der Huette fuehrte ein kleiner Wanderweg weiter zum naechsten Fahrradweg, der an Langeweile dem vorherigen in nichts nachstand. Sollte mal jemand an Depressionen leiden, sollte er diesen Weg nehmen um zu erfahren, was wirklich bedrueckend ist! Der war so stink langweilig. Ich haette daheim genauso gut Baeume neben einem Laufband plazieren koennen um mit einem Brett vor dem Kopf zu laufen. Dass der Weg am Schluss noch herunterging deutete immerhin auf die Strasse hin, der ich 5 Minuten folgte um nach Hrušica zu gelangen um dort einzukehren.

Dort verschwand mein Hut sad
Damit war der erste und groessere Teil des heutigen Langweil-Hatsches geschafft und die 2 Radler hatte ich mir verdient. Am Himmel zogen sich die Wolken mehr und mehr zusammen, von Zeit zu Zeit hoerte man ein Donnergrollen und schon war das Lokal voll von Radfahrern. Nichts wie weg! Es nieselte gerade etwas, so zog ich mir die Regenjacke ueber, sowie den Regenschutz fuer den Rucksack. Es waren nur noch 8 km bis Predjama und diese waren genauso stink langweilig wie der bisherige Hatsch mit einer Ausnahme: Bei der Haelfte der Strecke holten mich die Radfahrer mit einer wahren Hiobsbotschaft ein: Ich hatte meinen Hut vergessen! AAAhhh! Shit! Fuck! Als sich die Radfahrer zu mir setzten, verdeckten sie wohl den Hut. Mein heiss geliebter Schlapphut, mit dem ich fast 2 mal die Alpen ueberquerte! Zurueck gehe ich jetzt aber nicht mehr. Irgendwas wird mir schon einfallen, um den wieder zu bekommen. Zur Not fahre ich mit dem Auto hin und hole ihn persoenlich ab! Das Ende der Schotterstrasse war nah und endlich fuehrte ein Wanderweg die restlichen Meter nach Predjama herunter. Alles war heute gut ausgeschildert, nur die Wegmarkierungen waren sehr spaerlich aber irgendwo musste ich runter und Wege dieses Types verfolgte ich auch und kam auf eine Strasse heraus - von ein paar Haeusern umzingelt. Soll das Predjama sein? Wegen einem gelben Wegschild fuer Autos mit der Aufschrift Predjama konnte ich aufatmen. In so einem Kaff musste ich nicht absteigen.

Die Burg inmitten des Felsens
Der Strasse folgte ich noch 3 Minuten und stand ueberrascht vor einer Burg die in einem Felsen erbaut wurde. So wurde der heutige Tag doch nicht zu einer totalen Flaute. Nur die Unterkunft ist happig. Einzelzimmer gibt es auch nicht und ich musste mir ein Doppelzimmer unter dem Dach fuer 54 € nehmen!!! Ja Scheisse!!! Ich kann nur hoffen, dass noch eine Einzelperson hier vorbeikommt mit der ich mir das Zimmer teilen kann. Wegen dem Hut hat der Wirt hier auch bei Stara pošta angerufen um denen zu sagen, dass ich in den kommenden 2 Wochen vorbeikommen werde um ihn zu holen. Vorsichtshalber schrieb ich noch eine Mail. Die haben hier Internet 4free und das mit Linux grin.

Innerhalb der Hoehle
Gerade komme ich von der Burg zurueck, die wirklich sehenswert ist. Die Hoehlenfuehrung nahm ich auch gleich mit und war damit der einzige in der Gruppe smile. Der Start war unter der Burg, wo es tiefer in den Berg hineinging. Diese Gaenge wurden von einem alten Fluss jahrtausende lang in das Gestein geschliffen und je tiefer es in den Berg rein ging, um so kuehler wurde es. Dann meinte die Fuehrerin, dass wir nach den nach oben fuehrenden Stufen eine Pause machen koennten und dass viele ausser Atem sind. Na wenn die wuesste, was ich hinter mir habe smile. Nicht nur die Autogramme an den Waenden, die ein paar hundert Jahre alt sind, auch die putzigen kleinen Fledermaeuse muss man gesehen haben. Leider war die Tour nach einer halben Stunde schon vorbei. Die putzigen Fledermaeuse erinnerten mich an meine Schulzeit: Beim Schlafen sieht es so aus, wie wenn sie ihre Fluegel ueber die Augen legen um besser schlafen zu koennen grin. Die Unterkunft Gostilna Požar waere auch prima, wenn der hohe Preis fuer die Uebernachtung nicht waere. Das Essen ist auch gut und nicht ueberteuert.

Ein paar Worte muss ich noch ueber die slowenischen Karten verlieren: Einen groesseren Schrott an Papierqualitaet gibt es wohl nicht mehr. Wenn es regnen wuerde, haette ich wohl nur noch einen Papierbrei in den Haenden. Jede Karte war nach 2 Tagen bereits an den Falzkanten eingerisssen und das mitten in der Karte! Gerade erfuhr ich, dass man das Meer bei gutem Wetter sehen kann, wenn ich morgen nicht vom Weg abweiche und die 600 Hoehenmeter mache. Sollte also morgen das Wetter schoen sein, muss ich wohl hochscheppern um einen Vorgeschmack auf die See zu bekommen grin. Das Texas-Maedel aus Trenta hat mir auch geschrieben. Morgen wird sicher ein guter Tag!